Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Eine Ausstellung, die unter die Haut geht

Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs Kunst 6.3 (Schuljahr 2012/13) haben sich in ihrem vierteljährigen Schnupperkurs intensiv im theoretischen Unterricht mit dem Leben und Werk des bekannten Künstlers Pablo Picasso auseinandergesetzt. Im praktischen Teil stand das wohl berühmteste Bild Picassos „Guernica“ im Mittelpunkt der eigenen Arbeit. Es war der Auslöser und oft der Ideengeber für zahlreiche und sehr kreative eigene Kunstwerke der Schüler.

Zu Beginn der praktischen Arbeit entschied diese Gruppe, sich mit der von dem Bild Guernica ausgehenden Thematik Gewalt und Krieg auseinanderzusetzen. Jeder konnte die Technik frei wählen. Obwohl sich in den vergangenen Jahren schon mehrere Gruppen mit diesem Thema beschäftigt und Ausstellungen dazu auf der Marienburg organisiert haben, ist erstaunlich, dass immer noch neue Ideen und ganz andere Werke entstanden sind.

Der Besucher dieser Ausstellung wird bestimmt über den roten Teppich von Kevin Stölb laufen und sich dabei sehr unangenehm fühlen, da sein Teppich übersät ist mit schreienden Gesichtern. In einer Ecke findet man das Werk von Paul Straub, der eine zusammengekauerte Figur aus einem Styroporblock geschnitzt hat und diese vor eine schlagende Umrissfigur auf rotem Grund arrangiert hat. Auch in dieser Gruppe gab es eine Vielzahl verschiedener Techniken: Plastiken aus Gasbetonsteinen oder Styropurblöcken, Collagen, Bilder, die mit Ölpastellkreiden gemalt wurden und einer Buntstiftzeichnung.

Neben den Werken der aktuellen Wahlpflichtfachgruppe werden auch die Exponate WPF Kunst Gruppe 6.4 des letzten Schuljahres (2011/2012) ausgestellt. Diese Arbeiten wurden kurz vor den Sommerferien fertig gestellt. Die Schüler hatten sich für die Techniken Radierung, Ölmalerei auf Leinwand, Fotografie, Zeichnung, Collage und plastische Arbeiten aus ganz unterschiedlichen Materialien wie Stein, Gips und einem umgestalteten Fernseher entschieden.

Florian Fehse und Merlin Pellenz griffen die Idee eines Enviroment von Claes Oldenburg  auf, das sie zuvor bei der Arbeit in der Museumsschule (Museum Ludwig in Köln) gesehen hatten. Sie tauchten dafür einen Tarnanzug der Bundeswehr in Leim und  Kleister, so dass dieser steif wurde. Ihr Soldat ist ohne Gesicht, da er nicht für eine bestimmte Person stehen soll sondern für Soldaten im Allgemeinen. Die Gewalt drückt ihre Plastik durch die Körperhaltung und die auf den Betrachter gerichtete Waffe aus. Der Besucher sollte unbedingt im ausliegenden Ausstellungskatalog oder die Texte der Künstler zu ihren Werken lesen. Alle würden sich freuen, wenn viele Besucher Kommentare zu der Ausstellung oder zu einzelnen Arbeiten im ausliegenden Gästebuch niederschrieben.

Gästebuch

von Martin Ricehrzhagen

Ein Kommentar zu „Eine Ausstellung, die unter die Haut geht“

  1. Frauke Esser

    Liebe Künstler/-innen,

    das Thema, mit welchem ihr euch beschäftigt habt, geht in der Tat „unter die Haut“. Ihr schafft es, dass die Schrecken von Gewalt und Krieg spürbar werden, was wichtig ist, um die hohe Wertigkeit des Friedens zu begreifen und diesen aktiv zu schützen. Den Beiträgen in eurem Gästebuch kann ich nur zustimmen.

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