Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Exkursion der Klasse 9c und 9d nach Verdun

Am Freitag, den 13 Mai war es endlich soweit. Wir, die Schüler der Klasse 9c und 9d fuhren gegen 8:00 Uhr morgens mit jeweils zwei Lehrpersonen aus beiden Klassen vom Schulgelände aus Richtung Frankreich, um mehr über das blutigste Kapitel der Deutschen Geschichte zu erfahren und unseren Horizont diesbezüglich zu erweitern. Nach einer vierstündigen Busfahrt waren wir in Frankreich angekommen. Wir erlagen einem Anblick, der sich nicht groß von bekannten Gefilden unterschied, doch als es in Richtung Verdun und auf das Terrain  des früheren Schlachtfeldes ging, zogen sich tiefe Scharten und Gräben durch das Land. Am Soldatenfriedhof angelangt, wurde uns ein Guide zugeteilt, der uns den Tag über begleiten und unsere Wissbegierde stillen sollte. 300 Tage dauerte die Schlacht an der westlichen Front zwischen Deutschland und Frankreich und kostete 300.000 französischen und deutschen Soldaten das Leben. Doch dies waren nicht die alleinigen Opfer. 400.000 Soldaten wurden verletzt und erlagen oftmals ihren Verletzungen oder Krankheiten aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung oder Fachkräften. Ebenso wurden die Gebeine etlicher nicht identifizierter Soldaten im Gebeine-Haus aufbewahrt und in verschiedene Kammern verfrachtet, um Angehörigen eine kümmerliche Nähe zu den Gefallenen zu bieten. Jene Soldaten, die identifiziert werden konnten, kamen auf einem hiesigen Feld direkt vor dem Gebeine-Haus zur Ruhe. Der Grabstein in Form eines Kreuzes oder in der, deren Symbolik ihren Glauben repräsentiert. Ein ergreifender und zugleich erschüttender Anblick von ca. 15.000 Gräbern. Wir verließen die Kriegsgräberstätte und fuhren mit dem Bus zum Fort Douaumont. Eine schwer umkämpfte Festung, die für die Deutschen als erstklassiger Stütz- und Beobachtungspunkt, gleich einer Kaserne, fungieren sollte. Der französische Posten sollte jedoch nicht lange eingenommen bleiben, denn ungeklärte Explosionen im überfüllten Fort führten zum Tod von fast 700 Deutschen. Unser letztes Ziel war das Dorf Fleury-devant-Douaumont. Eins von neun bescheidenen Dörfern, das von ungefähr 400 Seelen bewohnt wurde. Mit mehr als 1200 Geschützen starteten die Deutschen einen Hinterhalt auf das Dorf und seine Bewohner, sollte es doch ebenso als wichtiger Beobachtungsposten fungieren. Nach neun Stunden war ein blutrünstiger Schachzug getan, von dem noch heute die Spuren zu erkennen sind. Noch heute werden im durch Giftgas verseuchten Boden Knochen, Uniformfetzen, Abzeichen und allerlei sterbliche Überreste geborgen, die dieses Massaker in allen Bereichen seiner Widerwärtigkeit widerspiegeln. Nachdem das letzte Ziel abgeschlossen war, verließen wir die Gedenkstätte und fuhren zurück nach Deutschland. Eine Rückreise, die manch‘ einer mit Schlafen verbrachte. Vielleicht, um gesammelte Impressionen zu verarbeiten.

Artikel geschrieben von Alena Barzen, 9d 

(betreuende Lehrkräfte, Akin, Krischel, Kimmlingen, Spreier)

Klasse 9c und 9d in Verdun

Klasse 9c und 9d in Verdun