Integrierte Realschule Zell an der Mosel

FSJ-Kräfte an der IGS Zell

An der IGS Zell sind seit diesem Schuljahr zwei junge Damen beschäftigt, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren: Zilola Turaeva (23) und Isabelle Le Spegagne (19).

„Am ersten Tag habe ich viel Angst gehabt!“ gibt Zilola Turaeva zu. Doch sie merkte schnell, dass ihre Befürchtungen unbegründet waren. Sie kommt aus Usbekistan, wo sie drei Jahre Germanistik studiert hat. Als sie in das Alter kam, in dem man in Usbekistan als Frau heiraten muss, hat sie ihre Heimat verlassen um hier ein Jahr als Au-Pair bei der Familie Thimian-Mayer zu verbringen. Dank ihrer guten Erfahrungen in der Gastfamilie hat sie sich für einen Beruf, in dem sie mit Kindern zu tun hat, entschieden. Nun arbeitet sie als FSJ-Kraft an der IGS Zell und freut sich darauf, mit Kindern zu arbeiten. Dazu hat sie in ihrer Russisch-AG und in den Stunden, in denen sie Lehrer begleitet, viel Gelegenheit. Bereits als 15-Jährige hatte sie den Traum, Lehrerin zu werden, dem sie nun wieder einen Schritt näher gekommen ist.
Stolz sagt sie: „Ich bin nun viel selbstständiger als früher in Usbekistan.“

Auch Isabelle Le Spegagne bietet eine eigene AG an: Eine Kunst-AG, denn Kunst bei dem Lehrer Martin Richerzhagen war in der Schule eines ihrer Lieblingsfächer. Wenn sie durch die Flure der IGS geht, fühlt sie sich angenehm an ihre Zeit als Schülerin der Realschule erinnert. Sie freut sich schon darauf, ab dem zweiten Halbjahr eine AG in ihrer zweiten Muttersprache anzubieten: Französisch. Isabelle ist begeistert von ihrer Arbeit in Zell. Nach einem vorbereitenden Seminar in Mainz war sie auf das Schlimmste gefasst, denn dort hatte man sie auf frustrierende Erlebnisse im FSJ vorbereitet. Nun ist sie überrascht über das gute Miteinander in der IGS Zell. Sie fühlt sich von den Kollegen unterstützt – eine Unterstützung, die es ihr ermöglicht, gute Erfahrungen für die Zukunft zu machen. Sie sagt stolz: „An dieser Schule mein Freiwilliges Soziales Jahr zu verbringen, war eine der besten Entscheidungen meines bisherigen Lebens.“

Die beiden FSJ-Kräfte betreuen die Kinder in den Pausen und beim offenen Anfang, sie begleiten sie zu den Bussen und beim Mittagessen. Wenn Lehrer ausfallen und organisatorisch die Vertretung durch einen Fachlehrer nicht möglich ist, werden sie mit Material ausgestattet um mit den Kindern in der sonst ausfallenden Stunde gezielt zu arbeiten. Eine wichtige Aufgabe der FSJ-Kräfte ist es auch, Lehrer im Unterricht zu begleiten, wenn Arbeit in Kleingruppen ansteht, so dass die einzelnen Gruppen besser betreut werden können.

Sowohl Isabelle als auch Zilola wollen selbst Lehrerinnen werden und sehen in ihrer Arbeit in der IGS eine Gelegenheit zu überprüfen, ob dies der richtige Beruf für sie ist. Es liegt eine große Chance in diesem Schnitt zwischen Schule und Berufsleben, dieser Zeit für Entscheidung. Sie können nun ausprobieren, ob sie mit Konfliktsituationen in der Schule umgehen können, ob sie in Stresssituationen ruhig bleiben können, ob sie den Spagat zwischen Freundlichkeit und Konsequenz, zwischen Strenge und Nachgiebigkeit im Umgang mit den Kindern schaffen. Dabei können sie von dem Wissen und der Erfahrung der Lehrer profitieren. „Ich kann so Erfahrungen sammeln, die andere erst viel später machen können,“ sagt Isabelle und freut sich darüber, dass sie schon nach zwei Wochen an der IGS Zell ihre Berufsentscheidung für das Lehramt definitiv getroffen hat.