Integrierte Gesamtschule Zell an der Mosel

IGS Künstler gestalten einen Kreuzweg für die Marienburg

Neuer Auftrag für die neue Wahlpflichtfachgruppe „Kunst und Handwerk“ Klassenstufe 7.

 

Zu Beginn des Schuljahres hat die Gruppe die Bushaltestelle in der Eichenstraße im Auftrag der Stadt Zell gestaltet. Anschließend übernahmen die Schüler einen Auftrag für die Marienburg. Sie gestalteten einen Kreuzweg. Zu Beginn recherchierten sie im Internet und suchten nach Ideen für einen modernen und abstrakten Kreuzweg. Dabei stießen sie auf den Ahlener Haldenkreuzweg  und einen Kreuzweg aus Dietenhofen (St. Bonifatius-Kirche 2009). Aus dem Dietenhofener wurde die Idee eines Kreuzwegs aus Worten übernommen. Die kurzen und prägnanten Worte unterstützen die abstrakte bildliche Darstellung. So wie die Worte sollte auch die bildliche Darstellung keine Nacherzählung eines Ereignisses sein, das vor 2000 Jahren in Jerusalem geschah, sondern den Betrachter anregen zu verweilen und nachzudenken. Die einfachen Stelen des Ahlener Haldenkreuzwegs brachte die jungen Künstler auf die Idee, alte Holzbalken mit Gebrauchspuren zu verwenden und sie als Stelen aufzustellen. Der Balken in den Stationen steht aufrecht, ist abgeknickt, liegt am Boden oder ist zerfurcht. Auch dies soll den Inhalt verdeutlichen. Als bildliche Elemente wurden Gegenstände oder Zeichnungen auf den Balken montiert oder gemalt. Die Texttafeln sind an unterschiedlichen Orten an den Stelen angebracht, auch dies gehört zu der Aussage der Station.  Der neue Kreuzweg sollte nicht mit dem Tod am Kreuz enden sondern mit der Auferstehung. Nach dem Ende kommt wieder ein neuer Anfang.

Kreuzweg bereit, um auf Wanderschaft zu gehen:

Der Kreuzweg ist so konzipiert, dass er transportabel ist und über die Jugendbildungstätte Marienburg auszuleihen ist. Er kann im Außengelände oder im Innenraum einer Kirche aufgestellt werden. Jetzt nach den Herbstferien wurden auch die letzten Stationen fertiggestellt. Stolz präsentieren die Jugendlichen ihre Arbeit.

Herstellung:

Stationen

Gedanken zu der 1. Station:

Der Hammer des Richters. Urteil, keine Revision. Der Querbalken – die Kreuzigung – ist endgültig.

Das Schild haben wir unten an der Stele angebracht, um die Situation der Verurteilung zu verdeutlichen. Jesu ist schuldlos, doch er nimmt die Situation an, steht aufrecht wie die Stele.

Gedanken zu der 2. Station:

Jesus lässt sich das Kreuz nicht aufladen – er packt zu – die Faust – und lädt es sich auf- er will den Weg gehen.

Gedanken zu der 3. Station:

Die Last erdrückt – mehr als ein Mensch ertragen kann – doch er steht auf-er geht seinen Weg. Noch hat er Kraft dazu. „Aufstehen“(Station3), „aufstehen trotzdem“ (Station 7), „aufstehen mit letzter Kraft“ (Station 9 und „auf-er-stehen“ (Station 15) sind Stationen seiner Botschaft.

Gedanken zu der 4. Station:

Der Balken wird durch die Liebe der Mutter Maria zur Umarmung. Die Liebe der Mutter Maria umfängt ihn. Die Texttafel umfasst die Stele. Es strömt Kraft über.

Gedanken zu der 5. Station:

Es begegnen immer wieder Menschen, die unbekannt fernstehend, aber von der Situation ergriffen, zupacken. Hände stützen und helfen. Es sind starke  und kräftige Hände.

Gedanken zu der 6. Station:

Veronika reicht Jesu ein Schweißtuch. Dies ist keine große Tat, aber diese kleine Geste, diese Zuwendung, Anteilnahme und Trost zeigt eine große Wirkung, so groß, dass der Leidensbalken weggedrückt wird.

Gedanken zu der 7. Station:

Das Kreuz wird immer schwerer, die Schmerzen fast unerträglich – aber: aufstehen trotzdem.

Gedanken zu der 8. Station:

Frauen empfinden tief Jesu Verworfensein – nur sie – in der herrschenden Männerwelt. Er, der Geschlagene, wendet sich trotz zermürbender Last ihnen zu. Die Tafeln sind seine Arme, die sich ausstrecken.

Gedanken zu der 9. Station:

Wie gefällt am Boden –aber

aufstehen

aufstehen trotzdem

aufstehen mit letzter Kraft

das Kreuz erscheint

Gedanken zu der 10.Station:

Sie reißen ihm die Kleider vom Leib – sein letzter Schutz fällt – nun ist er endgültig ausgeliefert, nackt, wehrlos aber aufrecht.

Gedanken zu der 11.Station:

Nägel sind Symbol des Bauens, des Verbundenseins, hier werden sie zum Zeichen der brutalen Vernichtung, Vernichtung eines Menschen, dessen wahres Sein nicht vernichtet werden kann.

Gedanken zu der 12. Station:

Er zerbricht, zerrissen. Spuren von roher Gewalt. Aber durch den Spalt dringt schon Licht.

Gedanken zu der 13. Station:

Es ist aus. Der Mensch, der Begnadete, der einen neuen Anfang setzte, der befreite – tot – alles umsonst? Der Balken ist zerbrochen.

Gedanken zu der 14.Station:

Das Grab ist vorbereitet – es ist ein Teil des Kreuzes – sie haben Angst – ein Felsstein davor – und doch – es wird zur Pforte.

Gedanken zu der 15. Station:

Das Grab ist leer – das neue Licht der Auferstehung füllt es – ER IST.

Ich bin das Licht….

Presse: