Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Schülerbericht „Klasse im Knast“

Schülerbericht von Wiljohn Stern.

Am Donnerstag, dem 8.11.2012, fand unsere Fahrt zu dem Projekt „Mit der Klasse in den Knast“ des Deutsch-G-Kurses der IGS Zell statt. Pünktlich um 9.00 Uhr traf unser Bus ein, der uns in die Jugendstrafanstalt (JSA) in Wittlich brachte. Während der Busfahrt war die Situation sehr angespannt, da niemand wusste, was uns im Gefängnis erwarten würde und jeder sich so seine Gedanken machte. Kurz bevor wir in Wittlich eintrafen, wurden wir noch einmal von Herr Mauer (Jugendgerichtshilfe) und Her Mähser (Polizist) darauf vorbereitet und hatten noch Zeit, einige Fragen rund um die Vollzugsanstalt zu stellen.

In Wittlich angekommen, sahen wir schon von weitem die meterhohen Gefängnismauern. Dann kam der Zeitpunkt, dass wir an einer Bushaltestelle nahe der Anstalt ausstiegen. Von dort aus führte unser Weg an den Mauern vorbei, wo uns noch einige Dinge rund um die Jugendstrafanstalt erklärt wurden, wie zum Beispiel, dass sie im Jahr 1902 als „Königliches Weiger-Gefängnis“ gegründet wurde. Zusammen mit der Justizvollzuganstalt für Erwachsene gibt es etwa 700 Haftplätze.

Nach unserem etwas längeren Fußweg standen wir dann vor dem großen Eingangstor des Hauptgebäudes. Dort wurden wir von dem Justizbeamten und einem Sozialpädagogen empfangen und in das Justizgebäude gebracht, in dem unser Gespräche mit dem Freigänger Markus B. (Name geändert) stattfand. Wir hatten einige Fragen im Unterricht vorbereitet, die wir dem Gefangenen stellten. Anfangs waren wir noch ziemlich angespannt und redeten auch kaum etwas, bis die erste Frage gestellt wurde, die den Bann brach. Wir fingen an, Markus B. nach seiner kriminellen Vergangenheit zu fragen und er schilderte uns, wie er überhaupt auf die schiefe Bahn geriet. Er beantwortet so gut wie alle Fragen ganz offen und ehrlich und machte uns Schülern klar, dass man auch bei Dingen, die man selbst nicht für so schlimm hält, letztendlich in den Bau wandern kann. Der Rest der Zeit wurde zu einer spannenden Gesprächsrunde, bei der sich einige Fragen für uns klärten, bis unsere Zeit zu Ende war. Wir bedankten uns bei den Leuten, die dieses Projekt unterstützen, verabschiedeten uns und fuhren wieder zurück nach Zell.
Das Projekt ist sehr interessant und hat sich sehr gelohnt, weil es den Schülern gezeigt hat, was sie erwartet, wenn sie mal auf die schiefe Bahn geraten sollten.

Mit der Klasse in den Knast

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