Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Schüler laden Flüchtlinge aus Eritrea zum gemeinsamen Kochen ein

GruppenfotoIn den Gängen der IGS roch es am Donnerstag exotisch: Frezghi Yemane und Senhar Andemariam kochten mit Zeller Schülern gemeinsam ein Gericht aus Eritrea. Die Schüler hatten sich das gewünscht, nachdem Frezhgi ihnen einige Tage zuvor im Religionsunterricht von seiner Flucht nach Europa erzählt hatte. „Nachdem er uns in der Schule besucht hat, wollten wir ihn besser kennenlernen und haben deswegen ein gemeinsames Essen vorgeschlagen“, erzählte Jonas (9b). „Und außerdem wollten wir mit ihm in Kontakt bleiben“, fügte Josi (9b) hinzu.

Frezhgi wohnt zurzeit in Liesenich. Die Diktatur in Eritrea hatte ihm das Leben schwer gemacht und ein lebenslanger Wehrdienst stand dem Studenten bevor. Seine Flucht nach Europa kostete ihn 6000 Dollar und dauerte neun Monate. Drei Monate davon verbrachte er in einem Gefängnis in Libyen, aus dem er nur durch Bestechung entkommen konnte. Er freut sich sehr über die freundliche Aufnahme in Liesenich und ist nun dabei, herauszufinden, welche Möglichkeiten er in Deutschland hat, eine Ausbildung zu absolvieren.

Als die Schüler mit der Idee zu ihm kamen, mit ihm gemeinsam ein Gericht aus Eritrea zu kochen, bat er Senhar Andemariam, die ebenfalls nun in Liesenich lebt, um Hilfe: Sie kann besser kochen als er und übernahm in der Schulküche die Regie. Die 13 Schüler, die mit ihren Lehrern Frau Winkler und Herrn Richerzhagen nach Unterrichtsschluss in der Schule blieben, waren sehr angetan von diesem Beisammensein. „Und es hat auch richtig gut geschmeckt!“, berichtete Jonas später. „Und es ist auch wirklich interessant: In Eritrea nimmt man Brot mit der Hand und führt damit Fleisch und Soße zum Mund.“

Beim Abschied freuten sich die Schüler und Frezhgi schon auf die nächste Begegnung.

 

 

 

Bericht von Michaela Koch