Exkursion der Oberstufe der IGS Zell zum Sitz des Europaparlaments nach Luxembourg-Stadt
Am 16. April 2026 unternahm die Oberstufe der IGS Zell (Jahrgangsstufen 11 und 12) im Rahmen der politischen Bildung eine Exkursion in das Europa-Erlebnis-Zentrum nach Luxembourg. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Herrn Sieling und Frau Stahlhofen. Ziel des Ausflugs war es, europäische Politik nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern sie vor Ort zu erleben. Das Europazentrum in Luxembourg ist ein bedeutender außerschulischer Lernort, der sich auf politische Bildungsarbeit rund um die Europäische Union spezialisiert hat.
Während die Jahrgangsstufe 11 im Europazentrum eine informative Führung erhielt, nahm die Jahrgangsstufe 12 an einem interaktiven Rollenspiel teil.
Die Führung bestand nicht nur aus vielen Informationen rund um Europa (Geschichte der EU, Institutionen, Länder etc.), sondern auch aus einem 360°-Kinoerlebnis, und endetet mit einem Quiz. Hierbei erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das Europazentrum auf eigene Faust zu erkunden.
Das Rollenspiel der Jahrgangsstufe 12 simulierte das Gesetzgebungsverfahren im Europäischen Parlament und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst in die Rolle von Abgeordneten zu schlüpfen.
Zu Beginn des Planspiels wurden die Schülerinnen und Schüler in verschiedene Fraktionen aufgeteilt. Innerhalb dieser Gruppen setzten sie sich zunächst intensiv mit den politischen Werten und Zielsetzungen ihrer Fraktion auseinander und entwickelten eigene Leitslogans. Anschließend wurden zwei Gesetzesvorschläge vorgestellt, zu denen jeweils Ausschüsse gebildet wurden. Jede Fraktion entsandte Mitglieder in beide Ausschüsse, sodass in jeder Arbeitsgruppe unterschiedliche politische Positionen vertreten waren.
In den Ausschusssitzungen analysierten die Teilnehmenden die Gesetzesentwürfe, diskutierten deren Inhalte und brachten eigene Änderungsvorschläge ein. Regelmäßige Treffen innerhalb der Fraktionen dienten dazu, Argumente auszutauschen, Strategien zu entwickeln und gemeinsame Positionen zu formulieren. Besonders spannend war dabei auch die Einbindung verschiedener Perspektiven von EU-Bürgern, die zusätzliche Blickwinkel eröffneten und in die Entscheidungsprozesse einflossen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Planspiels waren die Plenumsdebatten. Hier präsentierten Fraktionssprecher sowie sogenannte Schattenberichterstatter ihre Standpunkte zu den Gesetzesvorschlägen. Andere Fraktionen hatten die Möglichkeit, kritische Nachfragen zu stellen und die Argumente zu hinterfragen. Unterstützt wurde das gesamte Verfahren durch den Einsatz moderner Technik: Über Smartphones und Bildschirme wurden Abstimmungen organisiert und Informationen in Echtzeit bereitgestellt, was den Ablauf besonders realitätsnah gestaltete.
Den Abschluss bildete eine große Plenumsabstimmung über die gemeinsam erarbeiteten Gesetzeskompromisse. Beide Vorschläge wurden mehrheitlich angenommen, was zeigte, wie wichtig Diskussion, Kompromissbereitschaft und Zusammenarbeit in politischen Entscheidungsprozessen sind.
Als UNESCO-Partnerschule legt die IGS Zell besonderen Wert auf eine umfassende politische Bildung und die Förderung eines europäischen Bewusstseins. So hatten die Jugendlichen nachmittags Zeit, eigenständig die luxemburgische Hauptstadt zu erkunden. Die Exkursion ins Nachbarland hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll praxisnahe Erfahrungen für das Verständnis demokratischer Prozesse sind. Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur ihr Fachwissen vertiefen, sondern auch wichtige Kompetenzen wie Argumentationsfähigkeit, Perspektivwechsel und Teamarbeit stärken.





