Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Ausstellung mit Milieustudien in der Kirche der Marienburg

Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs Kunst Klasse 7 haben sich mit dem bekannten Künstler Heinrich Zille und seinen Werken auseinandergesetzt. Seine Milieustudien regten die jungen Künstler an, darüber nachzudenken, welche Themen er heute aufgegriffen hätte. Nach ersten Skizzen entstanden Zeichnungen, die sie dann in der aufwendigen Technik der Ätzradierung auf eine Zinkplatte übertrugen. Ihre Bilder greifen die Themen: Tierquälerei, Abhängigkeit von Handys, Reichtum, der einsam macht, fehlende Kommunikation zwischen Ehepartnern und Umgang mit Bettlern und Straßenmusikern auf. Dieu Vinh Tran stellt meisterlich, fast karikaturhaft, den übertriebenen Leistungsdruck von Eltern dar. Sie lassen den Kindern zu wenig Zeit, Zeit zum Spielen oder ihren Hobbys nachzugehen. Dies stellt er dar, indem er schon in die Kinderwagen stapelweise Bücher anhäuft. Lisa Lütz und Nadine Kramer beschäftigten sich mit dem Thema Übergewicht, falsche Ernährung und den vielen Diätrezepten. Das falsche Schönheitsideal prangert Michell Tietze an. Karsten Kucharski zeigt, dass große Konzerne kleine landwirtschaftliche Betriebe zerstören. Ann-Katrin Treis hält in ihrem Bild eindrucksvoll fest, dass in unserer Gesellschaft oft Tiere besser behandelt werden als Kinder. Mit dem aktuellen Thema Kernkraft und dem Ereignis in Fukushima setzt sich Martin Schinnen auseinander. Die Radierung von Tom Simonis zeigt einen Pinguin, der auf einer schmilzenden Eisscholle im Liegestuhl liegt. Damit möchte er die Folgen der Erderwärmung und des Klimawandels aufgreifen. Mit dem Ungleichgewicht von Arm und Reich beschäftigten sich Elina Herpel und Janina Justen. Die perfekten Radierungen zeigen die künstlerische Ausdrucksfähigkeit der Schüler. Gespannt sind nun alle auf die Besucherkommentare und Rückmeldungen, die bei solchen Ausstellungen in ein Gästebuch eingetragen werden können, und von dem zum Glück viele Gäste einer solchen Ausstellung Gebrauch machen.

von Martin Richerzhagen

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