Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Rituale

Rituale geben Geborgenheit, weiß die Psychologie. Für uns sind Rituale besonders wichtig, denn sie strukturieren den Schulalltag und fördern das Gefühl von Gemeinsamkeit.

Dazu gehört das Begrüßungsritual: Schüler und Lehrer begrüßen sich stehend zu Beginn einer Stunde. Weitere Rituale sind unsere Ruhezeichen: Einmal die Tischglocke betätigen bedeutet „leiser sein“, zweimal die Tischglocke betätigen oder die Hand heben bedeutet „leise sein und zu demjenigen schauen, der das Signal gegeben hat.“

Es gibt auch Rituale, die die Woche strukturieren: Jede Woche beginnt mit zwei Klassenlehrerstunden im Fach SGL und endet am Freitag in der 6. Stunde mit dem Klassenrat. Im Klassenrat übernehmen drei Schüler selbst die Gesprächsleitung: Ein Regelbeachter, ein Protokollführer und ein Gesprächsleiter. Im Vorfeld haben die Schüler Themen gesammelt, die sie besprechen möchten.


Klassenrat in der 6c

Klassenrat in der 6c

Hier können sie ihre Konflikte klären, Anregungen und Anliegen äußern und Glückwünsche sowie Lob an den Mann bringen. In der Klassenratsstunde werden auch die Geburtstage der Woche gefeiert. Der Klassenrat ist sehr wichtig für das Klassenklima, denn hier entwickeln die Schülerinnen und Schüler eigene Regeln für ihr Zusammensein. Zugleich trainieren sie ihr Kommunikationsverhalten und üben die Anwendung von Diskussionsregeln ein.

Auch die Gründung der Schule haben wir mit einem Ritual begangen: Sie war uns ein Schulfest mit einem ökumenischen Gottesdienst wert.

Es gibt auch Rituale, die das Schuljahr strukturieren. So wird die Einschulung der fünften Klassen mit einem Ritual begonnen: Die 6. Klassen planen und gestalten den Gottesdienst für die neuen Fünftklässler. Für die fünften und sechsten Klassen gibt es noch die jährliche Weihnachtswanderung. Am letzten Schultag vor Weihnachten gehen die Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in einem Zug von mehr als 200 Kindern erst durch das Wohngebiet „In der Furth“ und dann durch Wald und Feld hinauf zu der Schutzhütte „Kaimter Hochgericht“. Dort werden sie von Eltern erwartet, die Würstchen, warme Getränke und ein Lagerfeuer vorbereitet haben. Der Zeller Regionalkantor Helmut Bremm kommt mit seinem Keyboard dazu und singt mit allen Kindern Weihnachtslieder. Dieses Jahr (2009) kamen die Kinder richtig in Partystimmung: Sie wollten gar nicht mehr aufhören zu singen und schunkelten zu Liedern wie „In der Weihnachtsbäckerei“, „Süßer die Glocken nie klingen! und „Stern in dunkler Nacht.“

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Ein weiterer fester Bestandteil unseres Schullebens ist unser einwöchiges Afrika-Projekt der fünften Klassen: Die Schüler singen in der Woche nach den Osterferien eine Woche lang mit dem Sänger YaBeppo und seiner Frau Gisela afrikanische Lieder in verschiedenen Sprachen und führen in der Schule mit ihren Lehrern Projekte zu verschiedenen Themen durch (z.B. Kochen, Stelen basteln, Batiken, Masken herstellen, Tanzen, Theater). Das Projekt gipfelt in einem Gottesdienst, in dem die Kinder die Lieder, die sie gelernt haben ihren Eltern und den Menschen der Region vorstellen. Die Menschen in Afrika haben trotz Armut und schwieriger Lebensbedingungen große Freude am Singen. Unser erstes Projekt hat gezeigt, dass es mit Hilfe der Lieder gelingt, hier in Deutschland diese befreiende Lebensfreude zu vermitteln. Zugleich sollen die Kinder erfahren, dass es Menschen gibt, die unter viel schwierigeren Lebensbedingungen leben müssen als sie selbst. Bei dem Projekt 2009 haben sie unter dem Motto „Hand in Hand halten wir die Erde fest“ 1000 Euro für eine Lichtbox zur Stromversorgung einer Geburtstation in Ghana und 250 Euro für ein Projekt zur Wassergewinnung in Mali gesammelt.