Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Sozialprojekt: Daumen hoch!

„Neu war für mich, dass die Kinder mit mir wie mit einem Erwachsenen geredet haben, der Verantwortung für sie hat.“ Diese Äußerung eines Schülers bei der Nachbesprechung des einwöchigen Sozialpraktikums zeigte neben vielen anderen, dass diese Woche für viele ein Meilenstein bei der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen war.

Zeitgleich mit dem Afrikaprojekt der 5. Klassen und dem Medienprojekt der 6. Klassen waren die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen außer Haus und verrichteten soziale Aufgaben in unterschiedlichen Einrichtungen: in Kindergärten, Altenheimen, bei der Stadt Zell und in Einrichtungen für Menschen mit geistigen Behinderungen.

Das Sozialprojekt ist an der IGS Zell Teil des Programms „Erwachsen werden“, das mit den Schülerinnen und Schülern über fünf Jahre hinweg durchgeführt wird und das es zum Ziel hat, Selbstwertgefühl und soziale Fähigkeiten zu fördern und damit auch der Suchtprävention sowie der Leistungsmotivation dient.

 

Ziele des Projekts

Die Schüler der 7. Klassen befinden sich in einem Umbruch: Sie haben zugleich die Eigenschaften und Bedürfnisse von Kindern und von Erwachsenen. Das konkrete Ziel dieses Projekts ist es, dass die Schülerinnen und Schüler neue Rollen ausprobieren und sich in neuen Zusammenhängen erproben und bewähren.

Als Kinder schauen sie erwartungsvoll in die Welt und erwarten von ihrer Umgebung, dass sie ihre Bedürfnisse und Wünsche erfüllt. Erwachsensein dagegen bedeutet zu wissen, dass man der Welt etwas zu geben hat: Als Arbeitskraft, als Freund, als Vater und Mutter sowie als Helfender einem Hilfsbedürftigen gegenüber. Die Frage: „Was schuldet mir die Welt?“ formuliert der Erwachsene um in „Was schulde ich der Welt?“ Dieser Prozess ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Leistungsbereitschaft, Verantwortung und damit auch Zufriedenheit bei jedem einzelnen Menschen. Das Sozialprojekt soll diesen Prozess unterstützen: Hier konnten sich die Schüler bei der Arbeit mit Menschen, die Hilfe brauchen, in der Rolle von Erwachsenen erleben, die Verantwortung für andere übernehmen. In der Nachbesprechung und in den Projektmappen bezeichneten nahezu alle diese Erfahrung als sehr bedeutsam und beschrieben Veränderungen bei sich selbst.

Aufgrund der guten Rückmeldungen -auch von den Einrichtungen, die Kinder aufgenommen haben,- soll das Projekt im nächsten Jahr mit verschiedenen Änderungen in der Organisation wiederholt werden. So sollen die Anfragen durch die Schüler in den verschiedenen Orten mehr gesteuert werden. Es wird auch nicht im Frühjahr, sondern im Juni nach den Zeugniskonferenzen stattfinden.

Wir danken allen betroffenen Einrichtungen und den Menschen, die dort arbeiten, dass sie unsere Schülerinnen und Schüler aufgenommen haben und damit dazu beigetragen haben, dass die Heranwachsenden diese wichtige Erfahrung machen konnten.

 

von Michaela Koch

(Stellvertretende Schulleiterin)

 

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