Integrierte Realschule Zell an der Mosel

Studienfahrt zum KZ Hinzert

Geschichte erleben – Unterricht vor Ort
Exkursion der 9. Klassen der IGS Zell zur Gedenkstätte SS Sonderlager / KZ Hinzert
Die Schüler/innen der 9. Klassen der IGS Zell besuchten mit ihren GL- Lehrern Nina Spiekermann, Hanna Diel, Franziska Ebertz und Pascal Hoff die Gedenkstätte SS-Sonderlager Hinzert für die Opfer des Nationalsozialismus in Rheinland-Pfalz. Sie wollten auf diesem Wege das im Unterricht gelernte Wissen über die NS-Zeit in unserer Region vertiefen.

Die fachgebundene Exkursion nach Hinzert ist mittlerweile fester Bestandteil des Fahrtenkonzepts der IGS Zell. Sie soll den Schülern die Unmenschlichkeit des NS-Regimes vor Augen führen und ist damit gleichzeitig auch ein wichtiger Beitrag unserer Schule zur Friedenserziehung, zur Völkerverständigung, zu Toleranz, zur Entwicklung und Stärkung demokratischer und menschenrechtsbewusster Einstellungen und Verhaltensweisen. Das historisch-politische Lernen an den authentischen Orten der Unmenschlichkeit der NS-Diktatur bietet ganz besondere Möglichkeiten zur politischen Bildung insbesondere junger Menschen. Es dient gleichzeitig zur Information über landesgeschichtliche Gegebenheiten des Landes Rheinland-Pfalz.
Anfang Oktober 1939 wurde in Hinzert bei Trier ein Polizeihaftlager für straffällig gewordene Westwallarbeiter eingerichtet. Es trug die offizielle Bezeichnung „SS-Sonderlager Hinzert“. Nach Auflösung der Polizeihaftlager am Westwall im Frühsommer 1940 und der Unterstellung des SS-Sonderlagers Hinzert unter die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) am 1. Juli 1940 diente das Lager als „Durchgangslager“ insbesondere der luxemburgischen, belgischen, französischen und niederländischen Häftlinge auf ihrem Leidensweg nach Buchenwald, Natzweiler oder Dachau.

Aufgegeben wurde das Lager im März 1945, ein Teil der Häftlinge wurde auf den Marsch nach Buchenwald getrieben. Andere Häftlinge blieben im Lager – zuletzt ohne Aufseher – zurück, bis die Amerikaner kamen.
Besonders betroffen zeigten sich die SchülerInnen über das Schicksal der etwa 2000 französischen Widerstandskämpfer, die wie tausende Bürger anderer Länder auf der Grundlage des „Nacht- und-Nebel“ Erlasses von der Wehrmacht verhaftet und nach Hinzert gebracht wurden. Ihr spurloses Verschwinden verbreitete Angst und Schrecken in den Heimatländern. An die bisher unbekannte Anzahl der Toten der „Nacht- und Nebel“ Gefangenen erinnert eine Tafel im Wald an einer Stelle, wo nach Aussagen von Bewohnern der Umgebung unmittelbar nach Kriegsende Exhumierungen von Toten durch ihre Angehörigen vorgenommen worden waren.
„Ich hätte nicht gedacht, dass auch bei uns in der Nähe so furchtbare Dinge passiert sind“, brachte ein Schüler in der abschließenden Besprechung seine Betroffenheit zum Ausdruck.