Integrierte Gesamtschule Zell an der Mosel

Weihnachtspost von Uta Düll /Gikonko

Nyinawimana, 29-12-25

Meine lieben Freunde in Nah und Fern,

Bei vielen kann ich mich für ganz liebe Weihnachtspost bedanken, und muss um Entschuldigung wegen meiner Verspätung bitten. Aber immerhin reicht der Gruß in der Weihnachtsoktav.

Ich hoffe, dass Ihr ruhige und besinnliche Festtage erleben konntet.

Fast hat man ja ein schlechtes Gewissen, wenn man dran denkt, wie die Menschen in Gaza in Schlamm und Kälte hausen, wie Menschen in der Ukraine im U-Bahnschacht Weihnachten feiern und um Ihre Männer an der Front zittern, wie im angrenzenden Kongo trotz „Friedens-deal“ unter Federführung von Trump die Bomben fliegen und Menschen wieder zu tausenden auf die Flucht treibt, wie im Sudan die Menschen verhungern… wie gut geht es uns, geht es uns noch.

Wir haben dieses Jahr ein wunderbares Weihnachtsfest mit 250 Armen, Patienten und unserem Personal gefeiert: Gottesdienst, ein üppiges Buffet und jeder wurde satt, dann Tanz und Frohsein. Es war wunderbar. Eines meiner schönsten Weihnachtsfeste. Und dank der treuen Unterstützung von vielen konnten wir auch jedem eine Essensvorrat mit Reis und Bohnen, Seife, Wickelrock/Igitenge, T-shirt auf den Weg geben. Die leuchtenden Augen, der Dank beim Abschied … belohnte für alle Mühe der Vorbereitung.

Nun habe ich mich „zwischen den Jahren“ zu ein paar besinnlichen Tagen zu den Klarissinnen im Norden Rwandas zurückgezogen, um das Jahr in Ruhe, etwas Besinnung und Nachdenken abzuschließen.  Leider regnet ununterbrochen und ist für das Herz Afrikas auch sehr kalt, 16˚C. So pendle ich zwischen Lesen, Beten, d.h. Zimmer und Kapelle….

Dabei sollte ich mich nicht beklagen: dieses Jahr war ich sehr viel unterwegs: fast jedes Wochenende war ich auf den Hügeln, um den Fortgang unserer Baumaßnahmen zu begutachten. Dank Euch konnte wir 25 Häuser armen Familien übergeben.

Ich war aber auch oft mit unserer Hiking-gruppe, Freunden, die hauptsächlich in Kigali wohnen, unterwegs. Ich wurde sogar eingeladen zu einer 5-Tägigen Tour im Ruwenzori-Gebirge, ein Bergmassiv zwischen Uganda und Kongo, was mit seinen 5000m Gipfeln imponiert. Doch bis in die Gletscherzone haben wir es nicht geschafft.

Im Sommer hatte ich nach vielen Jahren wieder die Chance mit Irmis Familie in die Schweizer Berge zu kommen. Rund um Kandersteg konnte wir einiges erkunden und uns einfach an der Bergwelt freuen. Mit meiner Freundin Barbara durchquerten wir den Vierwaldstätter See im Schiff, leider wurde die geplante Tour im Maderaner Tal dann auch verregnet.

Und nun Ende des Jahres waren wir auf dem höchsten Gipfel hier in Rwanda, 4500 m.ü.M, dem Karisimbi Vulkan. Leider machte uns auch dort Matsch und Nebel die Freude an einer tollen Aussicht unmöglich. Dennoch, das Unterwegssein mit lieben Menschen macht Freude.

Das Hauptevent dieses Jahres war natürlich die Hochzeit meines Neffen Benedikt. Es war mir eine Freude, Laura und Bene bei diesem Schritt zu begleiten, dabei auch manche Verwandten und Bekannte wieder zu treffen.

In Gikonko war auch immer etwas los. Von April bis September boten wir 5 Seminare für jeweils 10-15 Eltern-Kind-Paare, die wir mit der Behinderung durch SpinaBifida begleiten.

Genau 100 Kinder konnte wir mit einem Shunt versorgen und somit den Grad der Behinderung durch den Hydrozephalus zu reduzieren.

8 Kinder betreuen wir weiterhin in unserem Miniinternat in Karambi, 4 Jungs werden von den Rogationisten Patres betreut und haben so die Chance in Nyanza mit Rollstuhl die Schule zu besuchen.

Jeden Monat könnten wir mehr als 100 arme Familien bzw arme ältere Menschen mit Lebensmittel versorgen.

Immer noch bekommen alle Babies zur Geburt eine Grundausrüstung: Windeln, Boddy, Tragetuch,  Dank der Initiative der „Windelomas“, die meine Mutter in Leben rief und die nun von meiner Schwester Birgit liebevoll weitergeführt wird. Aber auch dank der regelmäßigen Pakete aus Tischenreuth mit Kinderkleidung und vielem Nützlichem.

Mehr als 400 Schulkinder aus bedürftigen Familien wurden mit Schuluniformes eingekleidet und mit dem Nötigsten ausgerüstet.

Ein Ferienkamp für 100 Kinder in den Schulferien konnte wir ermöglichen. Vielleicht schafft es so die Schulmannschaft bei den Basketball-meisterschaften mal nicht nur den 2. Platz im nationalen Finale zu erreichen.

Den Bau weiterer Schulgebäude, dank Fly&Help konnten wir in Gikonko, Jurwe und Murunda initiieren. Aber nur in Gikonko hatte wir die Bauaufsicht, sonst wäre das auch viel zu viel.

Immer wieder hatten wir Besuch, für ein paar Stunden oder einige Wochen. Am meisten hat mir Klemens, der Sohn meiner Cousine, geholfen. Mit seinem praktischen Können hat er viele Baustellen abgeschlossen und endlich meinen Werkzeug-Container entrümpelt und geordnet. Sabine/Missio Würzburg machte ein 2-Tägiges Seminar mit den Mitarbeitern für Infektionsprophylaxe, in der Hoffnung, dass es so schnell nicht mehr zu Ebola, Corona oder Marbug-Ausbrüchen kommt.

Ganz viele unserer täglichen Aktivitäten kann man nicht in Zahlen fassen. Aber all dies ist nur dank der Solidarität und Hilfe von so vielen möglich. Dafür sage ich jedem ein herzliches Vergelt´s Gott/Imana iraguhemba.

 

So wünsche ich jedem und allen einen guten Start ins Neue Jahr, das jedem das bringen möge, was er braucht, wünscht und was ihm guttut. Uns allen wünsche ich etwas mehr Frieden im Großen und im Kleinen.

Mit herzlichen Grüßen und hoffentlich sehen wir uns bald wieder, wenigstens im Video-call

 

Eure Uta Elisabeth